Blog

Wunderwaffe Nesting und Step & Repeat

Maximale Drucknutzen- bzw. Drucklayout-Erstellung, nicht nur im Großformat

Diese zwei Funktionen helfen jedem Drucker den Druckbogen optimal auszunutzen: Visitenkarten für kommerzielle Drucker, automatisches Ausschießen für Buchdrucker und effiziente Layouterstellung für Etikettendrucker.

In einem modernen, flexibel und dynamisch automatisierten Druckvorstufen- und Druckvorbereitungsworkflow sind 3 Bereiche von Bedeutung:

  • Wie kommen die Daten ins System und welche relevanten Kunden-, Verarbeitungs- und Abrechnungsinformationen benötige ich bzw. muss ich erstellen?
  • Was muss in der Datei passieren, damit diese fertig für den Druck aufbereitet und gegebenenfalls angepasst bzw. korrigiert wird?
  • Wie muss ich den Drucknutzen oder das Drucklayout erstellen, abhängig von der Applikation, dem verwendeten Drucksystem und was soll weiter mit dem Produkt passieren?

Speziell für den Großformatdruck (aber nicht nur, wie später zu ersehen) kommt der Begriff „Nesting“ ins Spiel.

Die Grundbedeutung von Nesting ist auf Deutsch „Schachteln“ und bedeutet im Druckbereich das platzsparende Anordnen von kleineren Druckelementen auf einem größeren Druckbogen.

Dies ist das genaue Gegenteil von Tiling/Paneling auf Deutsch auch „Kacheln“ genannt.

Hierbei wird ein Druckelement, welches größer als das zur Verfügung stehende Druckbogenformat ist auf mehrere Kacheln aufgeteilt und einzeln gedruckt um nachher zusammengesetzt zu werden.

Konzentrieren wir uns aber auf das Thema Nesting.

Nesting – die Theorie

Wie schon vorhin erwähnt, bezeichnet das Thema Nesting eine Layout-Strategie, mit deren Hilfe Druckmotive so auf dem Bogen angeordnet werden, dass der Platz optimal ausgenutzt wird.

Das Zusammenfassen und Anordnen verschiedener Druckmotive auf einem Bogen wurde schon immer von den Druckereien praktiziert. Früher erfolgte dies von Hand: So war es selbstverständlich, Vorder- und Rückseite einer Drucksache auf derselben Platte zu montieren, ganz gleich, ob es sich um eine Karte oder eine Broschüre handelte. Auf diese Weise ließen sich Druckplatten einsparen, wodurch der Preis für die einzelnen Druckprodukte gesenkt werden konnte.

Heutzutage gibt es spezielle Software dafür: Ein Algorithmus bewertet sämtliche Variablen, analysiert die Druckaufträge in der Warteschlange und ermittelt daraus die besten Kombinationen; also jene, die möglichst wenig ungedruckte Flächen und damit Verschnitt auf dem Druckbogen erzeugen.

Welche Variablen muss eine Software beim Nesting berücksichtigen?

Am wichtigsten ist eine feste Größe: das Substrat; selbstverständlich können nur Drucksachen zusammengefasst werden, die auf dem gleichen Substrat gedruckt werden sollen – und dies gilt gleichermaßen für alle Druckprodukte.

Zu berücksichtigen sind natürlich auch:

  • die Abmessungen, d.h. die Höhe und Breite des Druckprodukts,
  • die Stückzahl, die gedruckt werden soll, und
  • die Deadline des Auftrags.

Die einfachste Stufe des Nesting ist die Anordnung von Rechtecken oder rechteckigen Formen, wie im untenstehenden Bild zu ersehen:

 

In der nächsten Stufe kommt die Fähigkeit hinzu, die Elemente zu drehen, so dass eine weitere Möglichkeit der Platzeinsparung hinzukommt:

 

In der dritten Stufe wird das Ganze dann dadurch optimiert, dass man kleinere oder anders geformte Objekte in  den freien Bereichen platziert:

 

Die optimale Lösung beinhaltet dann die Komponenten „freie Formen“ und „frei wählbare Drehwinkelung“ und daher größtmögliche Anzahl an platzierbaren Druckobjekten auf dem Druckbogen. Hierzu ein vollautomatisch erzeugtes Beispiel aus unserer Wide Format Automation Suite:

Verschiedene Arten des Nesting

Frei-Form-Nesting

Die zuletzt angesprochene Nesting-Art bezeichnet man auch als sogenanntes Frei-Form-Nesting. Hierbei ist man in Bezug auf Form, Drehwinkel und Anordnung der Elemente vollkommen frei, benötigt aber auch ein dementsprechendes Weiterverarbeitungsgerät.

Da es sich beim Nesting ja immer um das Platzieren kleinerer Druckelemente auf einem größeren Druckbogen handelt, geht es im Anschluss in der Weiterverarbeitung immer um das Thema des Ausschneidens dieser kleineren Druckelemente aus dem Druckbogen. Beim Frei-Form-Nesting bedient man sich deshalb digitaler Schneidesysteme, die ihre Schnittinformationen ebenfalls aus der Nesting-Software beziehen. Im Falle der Wide Format Automation Suite (Link) von OneVision erzeugt der integrierte Cut-Line Manager auf Basis der genesteten Druckdatei ein Schnittlinien-PDF oder das benötigte Dateiformat des Cutter.

Guillotine-Nesting

Eine weitere Form des Nesting ist das sogenannte Guillotine-Nesting. Wie schon aus dem Wortstamm abzuleiten geht es hier um geradlinige, durchgehende Schnitte, wie sie von Planschneidemaschinen durchgeführt werden.

Besonders bei der Produktion von Postern oder Bannern findet diese Form des Nesting und des anschließenden Zuschnitts ihre Anwendung.

Matrix-Nesting

Die nächste Art des Nesting ist das Matrix-Nesting oder auch nutzenbasierende Nesting bzw. Sammelform genannt. Hierbei werden die Druckelemente gemäß einer vorgegebenen Matrix oder einer vorgegebenen Nutzengröße optimal auf dem Druckbogen gesammelt und ausgegeben.

 Die nächste Art des Nesting ist das Matrix-Nesting oder auch nutzenbasierende Nesting bzw. Sammelform genannt.

Sub-Nesting

Zu guter Letzt gibt es auch noch einige Anwendungen, die ein sogenanntes Sub-Nesting einsetzen. Hierbei handelt es sich um nichts anderes als das nochmalige Nesten von mehreren bereits vorher erstellten kleineren Nesting. Dies wird überwiegend bei der Produktion von Stickern eingesetzt, bei denen die einzelnen kleineren Druckbögen mit Stickern nochmals auf den größeren Druckbogen genestet werden.

Was muss beim Nesting beachtet werden im Hinblick auf die Weiterverarbeitung?

Wie vorhin schon ausgeführt ist die Weiterverarbeitung, der Schnitt, beim Nesting eine sehr wichtige Komponente, da diese bestimmt, anhand welcher Methode genestet werden soll und welche weiteren zeitsparenden Technologien eingesetzt werden können.

Denn es kann zwar manchmal vorkommen, dass anhand der Trimbox (das Endformat einer PDF-Datei) genestet werden soll, meistens wird aber anhand der Schnittlinie genestet, daher kommt der Erzeugung bzw. Erkennung dieser eine sehr große Bedeutung zu.

Wichtig hierbei ist, dass die Nesting-Software das vollautomatische Erkennen von Schnittlinien, das Schließen nicht vollständiger Schneidpfade, sowie bei Möglichkeit das Verschmelzen von Schnittlinien unterstützt. Letzteres wird auch „Common Line“-Technologie genannt und kann die Schneidzeiten drastisch reduzieren. Idealerweise geschieht dies, wie bei OneVision, vollautomatisch aufgrund der Erkennung der angrenzenden Pixelwerte.

Bei einem vollautomatischen, modernen, flexiblen und dynamischen Druckvorstufen- und Druckvorbereitungsworkflow, der sich der Nutzenerstellung durch Nesting bedient, wird daher immer gleichzeitig eine genestete Druckdatei und die dazugehörende Schnittliniendatei mit allen identifizierenden Elementen, wie Barcodes und Registermarken erzeugt.

Im Video sieht man auf der linken Seite wie einzelne Artworks nach dem Kopieren in einen Hotfolder vollautomatisch genestet werden, inklusive vorab-Reparieren der Schnittlinien (Name oder Umriss der Schnittlinie werden gefixt). Erzeugt wird vom Nesting eine Datei für den Druck, sowie eine zweite Datei für den Cutter. Rechts im Video passiert genau das gleich, aber manuell. Die Nachteile sind vor allem die Zeitdauer, aber auch die Ausnutzung des Substrats.

Vorteile des vollautomatischen Nesting

Nesting als Element zur Erstellung eines Drucklayouts ist also ein sehr individuelles, mächtiges und immer bedeutenderes Tool.
Gerade im heutigen extrem wettbewerbsorientierten Druckdienstleistungsumfeld muss man sich abheben und dies geht nur durch Vorteile bei der Qualität, der Geschwindigkeit und/oder dem Preis.
Durch den Einsatz eines vollautomatischen Nesting-Tools kann man vor allen Dingen in den Bereichen Geschwindigkeit und Kosten (und damit Preis) punkten und sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen.


Wer ist der beste Ansprechpartner bei OneVision?

Möchten Sie mehr über OneVisions Nesting Lösungen erfahren, kontaktieren solutionconsulting(at)onevision.com

 

Wenn Sie noch keine OneVision Software im Einsatz haben, dann kontaktieren Sie  sales.ce(at)onevision.com

Neuer Kommentar

0 Kommentare

Unsere Website nutzt Cookies

Wir verwenden Cookies zur Unterstützung technischer Funktionen, um unsere Website möglichst bedienerfreundlich zu gestalten. Darüber hinaus verwenden wir Statistik-Cookies, die dazu dienen, Informationen über das Benutzerverhalten auf dieser Website zu gewinnen und unsere Website auf Basis dieser Informationen stetig zu verbessern. Die Nutzung dieser Statistik-Cookies können Sie in unserer Datenschutzerklärung verwalten.

Einige dieser Cookies sind technisch zwingend notwendig, um gewissen Funktionen der Webseite zu gewährleisten.

Darüber hinaus verwenden wir einige Cookies, die dazu dienen, Informationen über das Benutzerverhalten auf dieser Webseite zu gewinnen und unsere Webseite auf Basis dieser Informationen stetig zu verbessern.

Aktuell sind alle Cookies deaktiviert.