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Warum ein RIP alleine nicht reicht – Und zwar weder im Buchdruck noch im Großformatdruck

Was ein modernes RIP kann:

 

  1. Farbmanagement
  2. Farbanpassungen
  3. Inksave
  4. Anlegen von Weiß-, Lack- und Metallkanälen
  5. Verarbeiten von Einzelseiten und auch mehrseitigen Dokumenten
  6. Drehen, Spiegeln, Zuschneiden, Skalieren von Seiten
  7. Manuelles Nesting
  8. Tiling
  9. Transparenzen verarbeiten
  10. Überdrucken verarbeiten

 

Das ist eine ganze Menge. Die Frage stellt sich, ob überhaupt noch andere Software nötig ist, wenn doch sämtliche druckrelevanten Dateiaktionen vom RIP erledigt werden können. Die Bandbreite der RIP-Funktionalität ist enorm und wächst von Version zu Version. Auch die Geschwindigkeit der RIPs steigt.

Jedoch ist in den allermeisten Druckproduktions-Workflows das RIP der Flaschenhals. Und jede Möglichkeit, den Durchsatz im RIP zu steigern, sollte genutzt werden. Außerdem gibt es trotz der beeindruckenden Entwicklungen in der RIP-Technologie viele Anforderungen, für die das RIP einfach nicht designt ist oder die mit anderer Technologie wesentlich schneller oder besser umsetzbar sind.

Die meisten RIPs arbeiten auf Basis der Adobe PDF Library. Diese beinhaltet viele bekannte Schwächen und Unzulänglichkeiten, denen man mit extra PDF-Software entgegenwirken kann.

 

10 Aktionen, die VOR dem RIP zu erledigen sind

1. Transparenzen und Überdrucken auflösen

Der Klassiker. Transparenzen flachrechnen kann je nach Komplexität einer der zeitintensivsten Verarbeitungsschritte in der gesamten Druckproduktion sein. RIPs können mittlerweile sowohl Transparenzen als auch Überdrucken verarbeiten. Das RIP steht im Workflow sehr weit hinten, nämlich genau vor dem Druck. Deshalb darf es hier keinerlei vermeidbare Verzögerungen geben. Wenn das RIP für eine Datei anstatt der eingeplanten zwei Minuten plötzlich bis zu einer halben Stunde benötigt, nur weil etliche komplexe Transparenzen enthalten sind, dann wird in dieser Zeit keine Information zur Maschine gesendet. Die Maschine produziert Leerseiten.

 

2. Dateien für höchste RIP-Geschwindigkeit optimieren

In Fortsetzung zum vorherigen Punkt sollen sämtliche Dateieigenschaften, die das RIP verlangsamen, bereits vorab optimiert werden. Dazu gehören unter anderem

  • Auflösen von Transparenzen und Überdrucken
  • Bilder auf die maximale Druckauflösung herunterrechnen
  • komplexe Seiten (sehr viele Vektorelemente, sehr viele Bilder) vereinfachen
  • nicht sichtbare/ nicht druckende Elemente entfernen

    Dadurch wird das RIP von allen nicht RIP-eigenen Tätigkeiten entlastet, es können mehr Dateien pro Minute verarbeitet werden.

 

3. Inksave

Etliche RIPs bieten integriertes Inksave an. Es gibt mehrere Gründe gegen das Farbsparen im RIP.

  • Viele RIPs werden von Firmen angeboten, die auch Tinte verkaufen
  • Farbberechnungen benötigen Zeit, die man im RIP nicht hat
  • Die meisten RIPs bieten Inksave nur über ein Device-Link Profil an. Das ist sehr statisch, unterschiedliche Konfigurationen pro Auftrag sind nicht möglich
  • Meistens kann man im RIP-Inksave keine Ausnahmefarben definieren, um so zum Beispiel Firmenlogos gezielt vom Inksave auszunehmen
  • Spezialsoftware spart mehr Farbe bei höherer Qualität

     

     4. Farbmanagement

    Einfache Farbkonvertierungen, wie zum Beispiel von RGB nach CMYK können im RIP erledigt werden, was wiederum Rechenzeit benötigt. Komplexere Farbberechnungen sind oftmals nicht möglich oder resultieren in inkorrekten Farben. Der Leistungsumfang ist begrenzt durch die Anzahl der DeviceLink-Profile.

     

    5. Vermeidung von Mehrfach-RIP

    Vielleicht haben Sie mehrere RIPs. Je nachdem auf welcher Maschine gedruckt werden soll, wird eine Datei auf dem für die Maschine zuständigen RIP verarbeitet. Dann müssen Sie die Datei für genau dieses RIP aufbereiten. Wird dann doch auf einer anderen Maschine gedruckt, dann muss nochmal neu – auf dem anderen – gerippt werden. Was nicht nur unnötigerweise beide RIPs belegt, sondern natürlich auch Zeit kostet, die Sie so spät im Workflow gar nicht mehr haben.

    Vielleicht wird eine Datei auch auf mehreren RIPs parallel verarbeitet, weil noch nicht feststeht, auf welcher Maschine gedruckt werden soll. Es geht dann nicht nur Zeit verloren, sondern es muss sich auch jemand mit den genauen Einstellungen und Auswirkungen dieser Einstellungen auf beiden RIPs auskennen.

    Und wir haben noch gar nicht über Ihr altes RIP gesprochen, das für den Offset-Druck. Das nutzen Sie vielleicht auch hin und wieder. Dann wird es vollends unübersichtlich

    Daher sollten Dateien grundsätzlich vor dem RIP optimiert und normalisiert werden, so dass die Wahl des RIPs das Druckbild nicht mehr beeinflussen kann.

     

    6. Durch vollumfängliche Dateioptimierung manuelle Eingriffe komplett vermeiden

    Dieser Punkt ist komplett unabhängig vom eingesetzten RIP. Je mehr manuelle Eingriffe in Dateien nötig sind, desto unrentabler ist Ihr Workflow. Alles, was Sie im Workflow automatisieren können, sollten sie auch automatisieren. Handarbeit ist langsam, fehleranfällig und verschafft Ihnen einen Wettbewerbsnachteil. Egal welches RIP Sie im Einsatz haben, es kann nicht Ihren Workflow automatisieren. Sie benötigen also Zusatzsoftware. Und diese Zusatzsoftware sollte dann bitte nicht nur automatisieren, sondern zugleich die PDF-Qualität auf den bestmöglichen Standard hieven.

     

    7. Nutzen planen (Ausschießen, Nesten, Sammelformen)

    Sie wollen nicht einzelne Dateien oder Seiten produzieren, sondern – je nachdem, was Sie produzieren – vollautomatisiert dafür sorgen, dass Substrat- und Materialverbrauch minimiert werden. Das kann bei der Buchproduktion ein automatisches Ausschießen verlangen, beim Großformatdruck entweder Nesting oder Tiling/Paneling und beim Etikettendruck das Erzeugen von Sammelformen.

     

    8. Anbindung an jedwede Auftragsquelle (MIS, Webshop,…)

    Egal wie Dateien geliefert werden - ob über E-Mail, USB, Webshop, MIS oder andere Kanäle – sie müssen vollautomatisch in den Druckprozess überführt werden. Das kann ein RIP nicht, dazu ist Workflow-Software nötig.

     

    9. Dateien gegen Auftragsinformationen checken

    Alle auftragsrelevanten Informationen stehen digital zur Verfügung. Sie werden entweder von Kunden direkt im Webshop eingetragen oder im MIS hinterlegt. Diese Daten stehen als Auftragsmetadaten, meistens als XML-Jobticket zur Verfügung. So ist unter anderem die Seitengröße, Farbigkeit oder auch die Auflage für jeden Auftrag bekannt. Es muss durch den Workflow sichergestellt werden, und zwar VOR dem RIP, dass Dateien ihren Auftragsdaten entsprechen. Auch das kann ein RIP nicht leisten. Dazu wird Software benötigt, die XML-Informationen mit PDF-Dateien abgleichen kann.

     

    10. Sicherstellung der Mindestqualität

    Dateien, die nicht oder nicht korrekt gedruckt werden können, sollen gar nicht bis zum RIP gelangen. Preflight-Lösungen sortieren Dateien aus, die nicht den Mindestproduktionsanforderungen entsprechen.

    Allerdings sollte man fehlerhaft gelieferte Dateien nicht grundsätzlich aussondern. Beinahe alle Fehler können durch geeignete Software automatisch behoben werden. Selbst wenn Dateien also fehlerhaft geliefert werden, dann können sie dennoch korrekt gedruckt werden. Aber natürlich wird dazu ein RIP alleine nicht genügen.

    Köche sollen kochen! Köche können auch Bestellungen aufnehmen, servieren, abspülen, kassieren oder Steuererklärungen machen. Aber besser ist es, wenn sich Köche auf ihre Kernkompetenz konzentrieren können.

    RIPs sollen RIPPEN! Sie könnten auch Farbmanagement, Transparenzen, Inksave, Nesten und so weiter. Aber besser ist es, wenn sich RIPs auf ihre Kernkompetenz konzentrieren können. So ist höchster Durchsatz gewährleistet.

    Die Frage ist demnach, ob Sie sich zu Ihrem RIP viele kleine Insellösungen holen, oder eine Suite beschaffen, die alle der oben genannten Punkte für Sie vollautomatisch erledigt. OneVision Software bietet die umfassende Lösung zur Hochautomatisierung. Abgestimmt auf Ihren Bedarf mit Spezialanpassungen für Buchdruck, Commercial Print, Großformatdruck oder Etikettendruck.


    Wer ist der beste Ansprechpartner bei OneVision?

    Falls Sie bereits OneVision-Kunde sind und noch mehr aus Ihrer Software herausholen wollen, dann kontaktieren Sie trainer(at)onevision.com.

    Wenn Sie noch keine OneVision Software im Einsatz haben, dann kontaktieren Sie sales.ce(at)onevision.com

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