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Attribute (Auftragsdaten, Metadaten, Jobticket) – Wie automatisieren, wenn jeder Druckauftrag unterschiedlich und nicht wiederkehrend ist

Druckdaten kommen niemals alleine, sondern stets mit Auftragsinformationen wie Farbe, Größe, Substrat, Datum, ... Diese Informationen sind für die Verarbeitung der Daten und die Steuerung der Druckproduktion entscheidend. Um daraus dynamische Workflows zu erstellen, benötigen wir Attribute, die der eigentlichen Datei beigefügt werden.

Welche Attribute gibt es?

Attribute beschreiben eine Datei oder geben ihr zusätzliche Informationen. Hierbei unterscheiden wir zwischen Datei-Attributen und Auftrags-Attributen.

Datei-Attribute sind alle Informationen, die auf Basis der Datei selbst ermittelt werden können. Hierzu zählen beim PDF z.B. die Seitenzahl, das Seitenformat oder auch das verwendete Farbprofil.

Auch Bilder können Datei-Attribute enthalten. Diese sind eher unter dem Begriff Metadaten bekannt. Beispiele hierfür sind beispielsweise die Auflösung, die verwendete Kamera oder auch die Objektiv-Brennweite sowie andere Kamera-Einstellungen.

Auftrags-Attribute hingegen kommen meistens aus einem führenden MIS-System. Sie beschreiben den Auftrag, die zu produzierende Auflage, auf welches Substrat gedruckt werden soll oder auch den gewünschten Liefertermin.

Grafik mit Auftrags- und Dateiattributen

Wie kann man durch den Einsatz von Attributen Workflows steuern?

All die oben aufgezählten Informationen lassen sich über Schnittstellen, Anbindungen und Integrationen in unsere Software importieren und somit dort auch nutzen, um intelligente und dynamische Workflows zu generieren.

Fast jedes Modul, das wir in unserem Workflow Management System WORKSPACE zur Verfügung stellen, kann diese Informationen nutzen, um eine Datei gezielt zu prüfen und zu verarbeiten.

Die Datei-Attribute eignen sich z.B. hervorragend, um einen Preflight, eine automatische Druckdaten-Prüfung, auszuführen. Hier kann individuell konfiguriert werden, was geprüft werden soll und dadurch auch was der jeweilige Benutzer als gültig betrachtet. Klassische Kriterien hierfür sind z.B. die Auflösung für den Druck, die Seitenzahl oder das Seitenformat. Darüber hinaus kann das Preflight-Modul auf rund 140 verschiedene Kriterien überprüfen. Darunter u.a. Color Management; sind Haarlinien oder zu gering auflösende Bilder im Dokument; … Außerdem werden natürlich generelle Fehler gefunden, z.B. Dateien mit fehlenden Schriften. Zum Thema Preflight gibt es einen eigenen Blogartikel

Diese Kriterien lassen sich beliebig kombinieren und wenn gewünscht natürlich auch automatisch korrigieren.

Grafik eines inteligenten Workflow Managements
Beispiel für intelligente Workflow-Steuerung durch die Nutzung von Auftragsattributen wie z.B. Substrat oder Lieferdatum

Anwendungsbeispiel 1: Commercial Druck

Für das Produzieren von Visitenkarten, Broschüren, Kalender etc. können durch das Verwenden von Auftragsinformationen wie zum Beispiel Format (damit auch Beschnitt), Stückzahl, Substrat, Lieferdatum völlig unterschiedliche Aufträge automatisiert produziert werden.

Visitenkarten werden über den Web Shop bestellt. Für das gewählte Produkt liegt das Format und das Substrat vor. In den Auftragsinformationen finden sich Stückzahlen und Lieferdaten. Die Druckdaten werden automatisiert auf Basis dieser Informationen aufbereitet und in Abhängigkeit von Lieferdatum und Substrat mit anderen Aufträgen gleichen Substrats und Datums auf eine Druckform kombiniert, ausgeschossen und mit Passer- und Schnittmarken versehen.

Anwendungsbeispiel 2: Buchdruck

Unabhängig von Attributen werden zuerst Umschlag- und Inhaltsseiten voneinander getrennt. Dann werden sowohl Auftragsattribute (Papiergewicht,…) sowie Dateiattribute (Seitenanzahl,…) genutzt, um die Buchrückenstärke oder auch das korrekte Ausschießen zu berechnen.

Anwendungsbeispiel 3: Bilder-Workflow

Eine Besonderheit zeigt sich bei Bild-Dateien, die mit unserer Bildverbesserungs-Software AMENDO verarbeitet werden sollen.

Dabei werden die Bild-Informationen nach einem intelligenten Algorithmus, der auch vom Anwender konfigurierbar ist, analysiert und gezielt nach vorgegebenen Kriterien verbessert. So können als zu dunkel erkannte Bilder automatisiert aufgehellt werden. Bilder mit zu wenig Kontrast erhalten mehr Kontrast. Dieser Algorithmus kombiniert in einzigartiger Weise die Informationen der Meta-Daten mit den individuellen Bildinhalten wie Hauttönen oder auch Vegetation und generiert eine verbesserte Version der Ursprungs-Datei. Hauptsächlich wird dies von Magazin- und Zeitschriftenverlagen sowie von Zeitungsdruckereien eingesetzt, wo viele Bilder in kürzester Zeit verarbeitet werden müssen. Auftrags-Informationen hingegen werden hauptsächlich dafür benutzt, die Druckdaten auf das entsprechende Ausgabe-Gerät zu leiten, zu sammeln oder zu gruppieren.

Vorher / Nachher Amendo

Anwendungsbeispiel 4: Großformatdruck

Im Großformat-Druck nutzen wir Datei- und Auftragsattribute unter anderem dazu, eine Sammelform auf Basis des benötigten Substrats zu bilden. Aufträge bzw. Dateien gleichen Substrats werden hierzu anhand des Auftrags-Attributs „Material“ gesammelt, um diese dann an das „Nesting-Modul“ zu übergeben und so eine materialspezifische Sammelform zu generieren, die auch noch die zur Verfügung stehende Fläche dank einer intelligenten Platzierung bestmöglich ausnutzt.

Anwendungsbeispiel 5: Etikettendruck

Gerade in der Etikettenproduktion kann es vorkommen, dass Auftragsdaten nicht mit den Dateieigenschaften übereinstimmen. So kann etwa ein Etikett im Format 80x50 mm bestellt werden, aber die gelieferte Datei ist 85x55 mm. In diesem Fall lässt der Abgleich von Auftrags- mit Dateiattributen diese Diskrepanz erkennen und gibt den Usern entsprechend die Möglichkeit gegenzusteuern. In Workspace läuft sowohl der Abgleich der gelieferten Druckdaten und der Vorgaben aus dem Auftrag automatisch ab. Workspace übernimmt die Vorgaben aus dem Auftrag und gleicht das Format der Druckdatei entsprechend automatisch an.

Benutzerfreundlichkeit bei der Anwendung

Screenshot Workflow Management System Workspace

Eine weitere Besonderheit in unserer Software ist die Möglichkeit, vorhandene Attribute dynamisch zu editieren. Dies ermöglicht unter anderem mit den vorhandenen Attributen Berechnungen zu erstellen und diese als neues Attribut zu speichern. Als Beispiel sei hier genannt, das Seitenformat aus Höhe und Breite als Fläche zu berechnen und als neues Attribut mit dem Wert „Fläche pro Quadratmeter“ zu speichern. Das neue Attribut kann dann dazu genutzt werden, eine bestimmte Anzahl an Dateien zu sammeln, bis eine vom Nutzer bestimmte Fläche erreicht worden ist.

In der kommenden Version 20.2 wird es zudem einfacher sein, die Auftrags-Attribute aus einem führenden MIS-System zu importieren und gegebenenfalls auch wieder an ein nachgelagertes System auszugeben. Dies wird vor allem durch einen neu entwickelten visuellen Editor erreicht, mit dem sowohl Eingabe als auch Ausgabe individuell konfiguriert werden können. So wird es sehr einfach möglich, beliebige Maschinen nicht nur mit der zu produzierenden Datei, sondern auch mit allen im Produktionsprozess bekannten und relevanten Attributen zu beliefern.

Erfolgreiches Print 4.0 mit Attributen

Die Arbeit mit Attributen ist essenziell für eine durchgehende und sinnvolle Automatisierung des Workflows einer Druckerei. Nur mit Hilfe dieser Informationen und der Fähigkeit, diese in der Software auch durchgehend zu nutzen, lässt sich Print 4.0 realisieren.

OneVision bietet hierbei die führende Kompetenz eines PDF-Workflows gepaart mit den herausragenden Eigenschaften der Bildverbesserung. Platziert zwischen dem MIS-System und der eigentlichen Produktion wird hieraus ein machtvolles Werkzeug, um der voranschreitenden Automatisierung von Prozessen gerecht zu werden und durch kontinuierliche Weiterentwicklung gut gewappnet für die kommenden Herausforderungen zu sein.

Wer ist der beste Ansprechpartner bei OneVision?

Falls Sie bereits OneVision-Kunde sind und noch mehr aus Ihrer Software herausholen wollen, dann kontaktieren Sie training(at)onevision.com.

Wenn Sie noch keine OneVision Software im Einsatz haben und Interesse an einer professionellen Beratung haben, wie Sie Ihre Druckproduktion noch weiter automatisieren können, dann kontaktieren Sie contact(at)onevision.com

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